Ratgeber Schlaganfall
Informationen für Betroffene und Interessierte
Behandlung des Schlaganfalls
Eine schnelle ärztliche Versorgung kann dazu beitragen, die Folgen eines Schlaganfalls so gering wie möglich zu halten. Je schneller dem Patienten geholfen wird, desto weniger Nervenzellen sterben ab oder werden in Mitleidenschaft gezogen.
Akutbehandlung und Nachsorge
Ist die Diagnose eines ischämischen Schlaganfalls gesichert, so können z. B. blutverdünnende Mittel helfen, die Verstopfung im Gefäß zu lösen. Diese Präparate – z. B. Thrombolytika wie Urokinase oder Streptokinase – werden i. d. R. in Form einer Infusion verabreicht (Lyse-Therapie). Des Weiteren sollten die Patienten direkt nach der Attacke nichts essen oder trinken, da aufgrund einer Lähmung der Schluckvorgang gestört sein könnte. Dadurch kann es zu Erbrechen oder sogar zum Ersticken kommen.
Bei einem hämorrhagischen Schlaganfall steht zunächst das Stoppen der Blutung im Vordergrund. Des Weiteren wird i. d. R. dafür gesorgt, dass das bereits ausgetretene Blut nicht mehr auf das Gehirn drücken kann. Durch die Entfernung eines Teils des Schädelknochens kann z. B. der Druck auf das Gehirn genommen werden.
Nach der Erstversorgung der Patienten ist in vielen Fällen aufgrund der auftretenden Langzeitschäden (Lähmungen, Sprachstörungen etc.) eine Anschlussbehandlung sinnvoll. Durch intensive Physiotherapie und Ergotherapie können verlorene Fähigkeiten ggf. wieder neu erlernt werden. Dies geschieht, in dem andere Nervenzellen z. T. die Funktion der abgestorbenen übernehmen. Dabei geht die Physiotherapie vor allem auf die motorischen Störungen ein, während die Ergotherapie auch die kognitiven Fähigkeiten verbessern soll. Zudem kann ein Logopäde helfen, das Sprachvermögen zu fördern.
Sekundärprophylaxe
Besonders wichtig für die Patienten ist es, einen weiteren Schlaganfall zu verhindern. Betroffene sollten deshalb vor allem ihre Blutgerinnungswerte regelmäßig kontrollieren lassen. Um einer weiteren Gerinnung des Blutes vorzubeugen, können z. B. sog. Thrombozytenaggregationshemmer (u. a. ASS, Clopidogrel oder Ticlopidin) verabreicht werden. Diese verhindern ein Verklumpen der Blutplättchen. Zudem sollten Risikofaktoren wie Rauchen oder fetthaltige Nahrung und ein dadurch entstehendes Übergewicht vermieden werden.
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